Archiv für Oktober 2012

09.11.2012 Gang des Erinnerns

Runder Tisch für Vielfalt und Toleranz lädt zum „Gang des Erinnerns“

Am 9. November findet ein Gang durch Ahrensburg statt, der an die Verbrechen der nationalsozialistischen Diktatur 1933-1945 erinnern soll und zu dem wir alle Ahrensburger Bürgerinnen und Bürger einladen. Der Weg beginnt um 14.00 Uhr beim Stolperstein für Anneliese Oelte an der Ecke Hagener Allee/ Ernst-Ziese-Straße. Von dort gehen wir weiter zum Rondeel, wo 2010 der Stolperstein zur Erinnerung an Magnus Lehmann verlegt wurde. Der Gang endet im Schäferweg, wo früher das Bethaus der Jüdischen Gemiende stand.

In der Pogromnacht vom 9. auf den 10. November 1938 verwüstete ein fanatisierter Mob, angeführt von der NSDAP, in ganz Deutschland über 400 Synagogen sowie jüdische Friedhöfe, ca. 7500 Geschäfte und zahllose Wohnungen jüdischer Familien. Über 30.000 jüdische Männer wurden in Konzentrationslager verschleppt. Seit dem 9. November 1938 konnte kein Zweifel mehr am verbrecherischen Charakter der NS-Herrschaft bestehen, die sich nicht ausschließlich gegen die Juden, sondern auch gegen zahllose andere Menschen richtete, die dem Regime missliebig waren.

Auch in Ahrensburg gab es Täter und Opfer. Daran soll unser Gang erinnern.

Anneliese Oelte wurde 1934 geboren. Sie litt an Kinderlähmung, die zu einer verzögerten geistigen Entwicklung führte. Gegen den Willen der Eltern wurde sie im November 1938 in die damaligen Alsterdorfer Anstalten eingewiesen und von dort im Rahmen des sogenannten Euthanasieprogramms später nach Wien transportiert. Dort starb sie aufgrund von systematischer Vernachlässigung, Unterernährung und Nichtbehandlung von Krankheiten. Sie wurde 11 Jahre alt.

Magnus Lehmann, geb. 1885, von Beruf Diplom-Ingenieur, war 1940 das letzte noch lebende Mitglied der Jüdischen Gemeinde in Ahrensburg. Am 10. November 1938 waren alle männlichen Mitglieder der Familie in Konzentrationslager verschleppt worden, Magnus Lehmann nach Buchenwald, die anderen nach Sachsenhausen. 1941 wurde Magnus Lehmann erneut verhaftet, nach Minsk deportiert und dort ermordet.

Bei der dritten Station erinnern wir an das alte Bethaus der Jüdischen Gemeinde und in Verbindung damit auch an die anderen Jüdinnen und Juden, die in Ahrensburg lebten. Dazu gehörte auch Veronika Rath, nach der heute in Ahrensburg eine Straße benannt ist. Sie zerbrach unter dem Druck der Ereignisse und setzte ihrem Leben 1938 selbst ein Ende.

Seit einiger Zeit müssen wir zunehmend rechtsradikale und neonazistische Aktivitäten erleben, deutschlandweit und auch hier in Stormarn. Das erfüllt uns mit Sorge. Wir wollen daher durch den Gang des Erinnerns am 9. November ein sichtbares Zeichen setzen für das friedliche Zusammenleben auch hier in Ahrensburg und gegen jede Art von Gewalt als Mittel zur Durchsetzung oder Propagierung politischer Ziele.

Die Ereignisse der jüngeren Vergangenheit waren auch der Anlass, in Ahrensburg den „Runden Tisch für Zivilcourage und Menschenrechte, gegen Diskriminierung und Rechtsextremismus“ zu gründen. An diesem Runden Tisch wirken Stadtverordnete, Vertreter von Schulen und Eltern, Jugendorganisationen, Kirchen, Vereine und Verbände sowie engagierte Ahrensburger Bürgerinnen und Bürger in gegenseitigem Respekt ihrer unterschiedlichen Überzeugungen zusammen.

In diesem Sinne lädt der Runde Tisch zum Gang des Erinnerns an die Opfer der Verbrechen des Nationalsozialismus ein.

So sieht der Zeitplan aus:
14.00 Uhr Hagener Allee/ Ernst-Ziese-Straße
14.30 Uhr Rondeel
15.00 Uhr Schäferweg/ Kastanienallee

An den Stationen werden die historischen Ereignisse durch kurze Beiträge in Erinnerung gerufen. Außerdem soll der Opfer in Still gedacht werden.

27.10.2012 Roter Stern Kickers vs. Kickers Ahrensburg

Spielplan kurios. Noch keine 10 Wochen ist es her, dass die Sterne das Hinspiel gegen die vereinsinterne Konkurrenz, nach schwacher Leistung, verdient mit 2-3 verloren hat und schon gab es die Gelegenheit zur Revanche.
Und es sollte durchaus von Vorteil sein, dass die Defizite des Spiels noch relativ deutlich vor Augen waren.
Vor Anpfiff gedachten beide Teams in einer Schweigeminute zwei genau vor 10 Jahren tödlich verunglückten Sportsfreunden der Kickers.
Zwar den Sternen persönlich nicht bekannt, macht der unnötige Tod zweier jungen Menschen trotzdem betroffen.
Dann pfiff der Schiri an. Der RSK begann sofort druckvoll und übernahm das Kommando. Der Wille es nicht zu einer Wiederholung der Pleite aus dem Hinspiel kommen zu lassen war deutlich zu spüren.
Zweikämpfe wurden bissig geführt und in der Vorwärtsbewegung wurden endlich konsequente Kurzpässe gespielt. Kein unnötiger langer Hafer, meistens wurde der Nebenmann gesehen und angespielt. Das sah sofort nach Fußball aus.
Entsprechend dauerte es auch nicht lange und es kam zählbares dabei heraus. Nach einer Ecke von Michi steht Nici am kurzen Pfosten und nickt ein, 1-0 (5.Minute).
Auch weiterhin bestimmten die Sterne das Geschehen, wobei auch die Kickers durch vereinzelte Konter in den 16er der „Heimelf“ kam, aber bis auf eine gute Gelegenheit nicht gefährlich zum Abschluß kam. Sowohl die Abwehr durch Heini, Toni, Navid und Hannes, der den eigentlich immer gefährlichen Kickersstürmer Daniel konsequent in Manndeckung nahm, als auch unser Neuzugang Daniel im Tor, machten ihre Sache hervorragend.
Vorerst sprang aber kein Treffer mehr heraus.
Den negativen Höhepunkt des Spiels gab es nach ca. 15 Minuten. An der Torauslinie der „Gäste“ kam es zu einem, eigentlich harmlosen, Zweikampf zwischen Nici und Kickersverteidiger Christian, der in dessen Folge ganz unglücklich auf dem Herbstlaub ausrutschte und sich dabei das Knie so stark verdrehte, dass das Spiel längere Zeit unterbrochen werden und er mit einem Rettungswagen in Krankenhaus gebracht werden musste. Wir wissen noch nichts genaues, hoffen, dass es nicht so schlimm ist, wie es leider aussah. Gute Besserung, Christian!
Nachdem das Spiel weiterging merkte man der „Ersten“ an, dass das nicht spurlos an der Mannschaft vorbei gegangen war. Vorallem die unterschiedliche Einschätzung des vorangegangenen Zweikampfes führte zu einigen Querelen.
So kam es in der Folge zu weiteren hochkarätigen Chancen für den Roten Stern. Nico im Gehäuse der Kickers hatte aber einen bärenstarken Tag erwischt und klärte wiederholt in größter Not.
Es dauerte bis zur 38. Minute bis er überwunden werden konnte. Ein hoher Ball in den 16er sorgte für ein wildes Durcheinander, in dem Marcel irgendwie an den Ball kam und ihn so traf, dass Kickersspieler Robert ihn nur noch ins eigene Tor befördern konnte. 2-0
Mit dem Zwischenstand ging es in die Pause.
Nach dieser ging es ähnlich rasant los, wie zu Beginn des Matches.
Einen etwas zu laschen Querpass vor dem eigenen 16er der „Gäste“ konnte sich Jannik erspitzeln, tankte sich noch gegen einen weiteren Verteidiger in den Strafraum und schloss trocken ab. 3-0 (49.)
Wie schon nach dem 1-0 folgte auch jetzt erstmal eine etwas ruhigere Phase. Diese sollte sich allerdings als die Ruhe vor dem Sturm erweisen. Da es zwischen der 65. und 70. Minute so hektisch wurde, habe ich leider den exakten Überblick verloren und kann die einzelnen Treffer zum 4-0 (65.) durch Marcel, zum 5-0 (67.) durch Gregor nach einer Ecke, zum 6-0 (69.) durch Jannik und zum 7-0 (70.) durch Michi nicht mehr exakt rekonstruieren. Wie sich wohl jeder denken kann, war damit das Spiel gelaufen.
Es folgte in der 85. Minute noch das 8-0 durch Flo und dann war es das aber auch.
Ob es an der besonderen Konstellation des Spiels lag oder daran, dass der RSK die wohl stärkste Elf der eigenen Geschichte auf den Platz schicken konnte, ist schwer zu sagen. Aber es war ein toller, mitreissender Fußball. Exakt so wollen die Sterne spielen.
Hoffen wir mal, dass diese Form erstmal konserviert werden kann. Denn so ist vieles möglich.
Danke auch mal wieder an die Zuschauer, es war eine schöne Stimmung. Und dazu haben am Samstag wohl alle ihren Teil zu beigetragen.

Aufstellung: Daniel – Heini, Toni, Navid, Hannes – Gregor, Marcel (Finn), Nici (Ingo), Jannik (Flo) – Michi, Björn(Jan)

17.11.2012 Gedenkdemonstration zum 20. Jahrestag der rasistischen Brandanschläge in Mölln

Aufruf der Antifa Herzogtum Lauenburg

„Ich kann es immer noch nicht fassen, was am 23. November 1992 mit meiner Familie geschehen ist. Es ist so schrecklich und grausam. Meine Frau Bahide ist tot, Enkelin Yeliz und Ayşe Yilmaz sind tot. Meine Schwiegertöchter sind […] behindert und haben Schmerzen, die Familie ist überhaupt nicht mehr, was sie war. Meine Frau Bahide war der Mittelpunkt meiner Familie – meines Lebens.“ (Nazim Arslan am 23. Juni 1993 vor dem II. Strafsenat, Oberlandesgericht Schleswig)


Mölln ’92: Gedenken und Anklagen!

Am 23. November 1992 werden im Luftkurort Mölln, Schleswig-Holstein, Molotowcocktails in zwei Wohnhäuser geworfen. In der Ratzeburger Straße konnten die Bewohner*innen knapp ihr Leben retten, bei dem Anschlag in der Mühlenstraße gingen die Täter brutaler vor. Sie kippten Benzin in das Treppenhaus, entzündeten es und warfen gegen die Rückseite des Hauses einen Molotowcocktail, um die Fluchtwege zu versperren.1

In den Flammen der faschistischen Anschläge starben die 51-jährige Bahide Arslan, die zehnjährige Yeliz Arslan und die 14-jährige Ayşe Yilmaz. Was für ein Leben diese drei Menschen heute führen würden, können wir nicht erahnen. Zusammen mit ihren Familien und Freunden möchten wir ihnen in diesen Tagen gedenken. Im gleichen Atemzug wollen wir jenen, die damals wie heute ihre eigene Rolle in diesem Drama nicht verstehen wollen, zurufen: „Hört auf mit eurem tatenlosen Gedenken! Es ist eine Entehrung der Ermordeten!“

Für die Taten verantwortlich zeigten sich die beiden bekannte Neonazis Michael Peters und Lars Christiansen. Beide sind nach Verbüßung ihrer Jugendstrafen wieder auf freiem Fuß. Besonders brisant ist dabei, dass Peters und Christiansen bereits bei den Anschlägen in Rostock-Lichtenhagen beteiligt waren. Trotz mehrerer versuchter Anschläge im September in Pritzier, Kollow und Gudow, bei denen Peters das in Rostock-Lichtenhagen erworbene Wissen zusammen mit anderen Kameraden anwenden wollte, wurde ein Haftbefehl gegen ihn eine Woche vor den Brandanschlägen auf die beiden Wohnhäuser in Mölln abgelehnt. 2

Im August 1992 rottete sich in Rostock-Lichtenhagen ein deutscher Volksmob vor der „Zentralen Aufnahmestelle für Asylbewerber“ (ZaST) zusammen. Zu dieser Zeit befanden sich vor dieser rund 400 Menschen, vornehmlich aus Rumänien auf der Suche nach einem besseren Leben geflohen, die aufgrund fehlender Aufnahmekapazität unter menschenunwürdigen Bedingungen unter freiem Himmel kampieren mussten. Auf die Forderung nach einer menschenwürdigen Unterbringung der Asylsuchenden entgegnete der damalige Innensenator Rostocks, Peter Magdanz: „Wenn wir weitere Unterkünfte zur Verfügung stellen, kommen noch mehr Asylsuchende. Das zeigt die Erfahrung.“3

Mehrere Tage lang belagerte der Volksmob aus Neonazis, rechten Jugendlichen und „den netten Nachbar*innen von nebenan“ die ZaST und griffen jenes mit Steinen, Flaschen und Brandsätzen an. Sie schafften es schließlich, die Asylsuchenden aus „ihrem Viertel“ zu verjagen. Danach wurde ein überwiegend von vietnamesischen DDR-Vertragsarbeiter*innen bewohnte Unterkunft unter dem Jubel von rund 2500 Bürger*innen angegriffen. Der Staat griff erst nach mehreren Tagen ein – doch statt die Täter*innen zu fassen und zu bestrafen und die Flüchtlinge auf ihrer Suche nach einem besseren Leben zu unterstützen, wurden die überwiegend rumänischen Asylsuchenden und vietnamesischen Arbeiter*innen abgeschoben.

Plakat der Gedenkdemonstration: Mölln ’92 – Gedenken und Anklagen! (klein)Die allgemeine Reaktion auf die Anschläge in Mölln war und ist „Betroffenheit“: Stumme Trauermärsche, Menschen fassen sich an den Händen, bilden Lichterketten durch die Stadt, Kranzniederlegungen und Kerzen in ausgebrannten Wohnungstüren bilden das Stimmungsbild. Dieses von der Stadt und dem Verein „Miteinander Leben e.V.“ organisierte Gedenken wird von Jahr zu Jahr weniger. Diese Betroffenheit, sei sie aufrichtig oder geheuchelt, ist es, die es den Möllner*innen erlaubt, sich in scheinbarer Unschuld zu waschen und ihre eigene Rolle, damals wie heute, nicht zu hinterfragen.

Lange Zeit wurden Neonazis im Herzogtum Lauenburg toleriert, sogar akzeptiert. Peters, der schon seit dem ersten Tag der Pogrome in Rostock dabei war 1, wurde von den 1400 Bewohner*innen von Gudow nur „der kleine Neonazi“ genannt. Sie störten sich nicht an der Reichskriegsflagge, die aus dem Fenster seiner Wohnung hing. Sie sahen über die zerschlagenen Straßenlaternen hinweg, die nach dem nächtlichen Abmarsch der Neonazitruppe zurückblieben. Sie ignorierten die Benzinkanister, die sich neben Peters‘ Haus stapelten. „Gudow war wie Deutschland – man sah weg und hatte seine Ruhe“, schrieb der Spiegel mehrere Wochen nach den Brandanschlägen in Mölln.4

Die Pogrome in Rostock-Lichtenhagen, die Brandanschläge im Herzogtum Lauenburg und anderen Städten und der offene Rassismus der Bevölkerung kamen den regierenden Parteien, die schon seit den 80er Jahren auf die Beschneidung des Grundrechts auf Asyl hinarbeiteten, zu Gute, sodass die bereits fertigen Akten zur Gesetzesänderung nur aus den Schubladen geholt werden mussten und das Asylrecht im Juni 1993 de facto abgeschafft wurde.

Die latent rassistische Grundstimmung der deutschen Bevölkerung zeigt sich auch 20 Jahre nach den Pogromen in Rostock-Lichtenhagen, wenn sich etwa Leipziger*innen über die Unterbringung von Asylsuchenden und geduldeten Menschen in „ihrer“ Straße echauffieren und sich um ihre Lebensqualität und den sozialen Frieden sorgen.

Doch nicht nur der rassistische Mob in Leipzig, der stellvertretend für den alltäglichen Rassismus in Deutschland steht, sondern auch der Staat übt sich in rassistischer Flüchtlingspolitik und Abschiebepraxis. An den von der Grenzschutzagentur Frontex gesicherten Seegrenzen der EU sterben jährlich über eintausend Menschen bei dem Versuch, nach Europa zu gelangen.5

Welche Dimensionen der deutsche Rassismus annehmen kann, wurde erst kürzlich durch den quer durch Deutschland mordenden „Nationalsozialistischen Untergrund“ (NSU) und ihren Anhänger*innen sichtbar. Rassismus, der Hass auf alles „Fremde“ und Antisemitismus sind immer noch alltäglicher Bestandteil deutscher Gesellschaft und schlagen uns auf allen Ebenen entgegen.

Diesen Verhältnissen sind wir uns bewusst. Wir wollen sie analysieren, kritisieren und bekämpfen! Zur überregionalen Demonstration am 17.11. in Mölln und zur Aktionswoche vom 17.11. bis 23.11. laden wir daher ein. Starten wird die Demonstration um 12 Uhr am „Bauhof“, in der Nähe des Möllner Bahnhofs. Sagt euren Freund*Innen Bescheid!

19.10.2012 Preußen Reinfeld III vs Roter Stern Kickers

Am vergangenen Freitag startete der RSK in Richtung Reinfeld um sich mit der 3. Mannschaft der örtlichen Preußen zu duellieren.
Das Ziel war eindeutig, 3 Punkte sollten her. Auch wenn der frühe Freitagabend keine sonderlich dankbare Anstoßzeit ist, wenn die eine Hälfte der Sterne eine knappe 3/4 und die andere Hälfte über eine Stunde Anfahrtszeit zu bewältigen hat und dieser Umstand wieder eine höchst kreative Kaderzusammenstellung zur Folge hatte, war man optimistisch.
Leider sollte sich dieser Optimismus ziemlich schnell als Fehleinschätzung des eingenen Leistungsvermögens an diesem Tag und des Gegners herausstellen.
Es wäre gelogen zu behaupten Reinfeld hätte das Spiel gemacht oder unglaublichen Druck auf die Kickersdefensive aufgebaut. Das auf keinen Fall, aber was diese Truppe gehobenen Alters auf den Platz gebracht hat, war souveräner und nüchternen Ergebnisfußball.
Die Defensive der Gastgeber war in der ersten Hälfte nicht zu knacken und die zumindest etwas gefährlicheren Aktionen gingen von den Reinfeldern aus. Trotzdem ging es mit 0-0 in die Pause.
Was zu erwarten war, nämlich dass die Preußen in den ersten Minuten des 2. Durchgangs versuchen würden ein, wahrscheinlich entscheidenes, Tor zu erzielen, trat exakt so ein. Es dauerte nur biszur 55. Minute und Reinfeld ging in Front.
Leider setzten sich die teils chaotischen Zustände bei der Defensivarbeit aus den letzten Wochen fort und die Heimelf konnte kurz darauf sogar auf 2-0 erhöhen.
Jetzt endlich waren dann auch alle wieder etwas wacher. So dauerte es nicht lange und der Rote Stern konnte, nach Ecke von Michi auf Lars, per sehenswertem Kopfball in den kurzen Giebel verkürzen.
OK, vielleicht setzt die Zeit der Sterne in dieser Woche ja doch noch rechtzeitig ein. Noch war lange zu spielen.
Leider Pustekuchen. Zum wiederholten Mal bekommen die Sterne den Ball nicht aus dem 16er und am Ende kann ein völlig alleingelassener Reinfelder einschieben.
Auch wenn Michi, nach Zuspiel von Gregor nochmals verkürzen konnte, war das die Entscheidung.
Es reicht halt ganz offensichtlich nicht für 90 Minuten konzentrierte Leistung.

Aufstellung: Jannik – Heini, Basti (Ingo), Navid, Hannes (Flo) – Lars, Gregor, Kevin (Lee), Jan – Michi, Marcel (Björn)

13.10.2012 Roter Stern Kickers vs. Bargfelder SV II 4-4

Es herrscht eine zwiegspaltene Einordnung des gestrigen Spiels auf dem Stormarnplatz gegen Bargfeld II.
Klar ist es bemerkenswert gerade einmal 43 Stunden nach dem kraftintensiven Pokalspiel gegen Pölitz II am Donnerstag und nach dreimaligem Rückstand noch ein Remis zu erkämpfen. Klar sieht man eine gute Entwicklung, nachdem die Sterne in der letzten Saison noch zu den abschlußschwächsten Teams zählten und aktuell den drittbesten Sturm stellen. Auch tat sich der RSK bisher gegen Bargfeld immer schwer und es ist auch jedem bewusst, dass solche Spiele im letzten Jahr gerne noch verloren gingen. Auch darf natürlich nicht vergessen werden, dass mit Finn, Jan und Nici drei eigentlich verletzte Spieler und mit Malte und Niels zwei Spieler ohne Training auf dem Platz standen.
Da kann man schon zu einen positiven Fazit kommen.
Trotzdem darf auch nicht vergessen werden, dass der RSK nur in den ersten und letzten 15 Minuten so gespielt hat, wie er es kann und zwischenzeitlich, vorallem in der Defensivbewegung ein riesiges Durcheinander herrschte und Bargfeld zum Toreschiessen geradezu eingeladen wurde. Wenn der Gegner im Strafraum, wie beim 1-3 trotz einer Riesenparade von Malte noch weitere 3 Male zum Abschluß kommt, bis der Ball endlich im Netz zappelt oder außer Toni und Heini, vor dem 2-4 niemand an die Defensivarbeit denkt und die Gäste unbedrängt über den halben Platz spielen können, dann sollte einem das zu denken geben.
Klar hat dieses Team eine fantastische Moral und gibt sich nie auf, aber es war eben auch das klar formulierte Ziel zu Hause gegen diesen Gegner alle Punkte zu behalten. Dieses Ziel wurde nicht erreicht.
Es soll jetzt hier niemand in Depressionen verfallen, aber die oben angeführten Punkte dürfen auch nicht vergessen werden, damit es am Freitag gegen Reinfeld wieder zu einem Sieg kommt. Denn genau das ist wieder das Ziel.
Tore:
1-1 Nici, von links, per Schlenzer in den langen Winkel
2-3 Björn, aus dem Gewühl
3-4 Jan, per Kopf nach Torwartabwehr
4-4 Heini, aus dem Gewühl

Aufstellung: Malte – Heini, Toni, Hannes, Navid – Marcel, Gregor, Finn (Jan), Nici – Michi, Björn (Lotos)
Bank: Niels, Ingo, Flo