Archiv der Kategorie 'Kosmonaut'

17./18.02.2017 Antifaschist durch Messerattacke verletzt (HL)

In der Nacht vom 17. auf den 18. Februar kam es in Lübeck zu einer Auseinandersetzung zwischen Antifaschisten und Mitgliedern der Identitären Bewegung. Im Zuge dieser Auseinadersetzung wurde ein Antifaschist mit einem Messer angegriffen und schwer verletzt. Artikel bei indymedia.
Jetzt von einer neuen Dimension oder überschrittenen Grenzen zu sprechen, wäre unserer Meinung nach falsch. Die Neonaziszene war und ist immer militant, gewaltbereit und menschenlebenverachtend gewesen. Politische Gegner sind immer wieder zu schwerem Schaden gekommen. Nun auch wieder in unserer unmittelbaren Nähe.
Wir wünschen dem Genossen eine schnelle Genesung und solidarisieren uns mit allen Opfern rechtsradikaler Gewalttaten.
Lasst euch nicht einschüchtern, aber seid euch der Gefahren bewusst. Seid nicht leichtsinnig und sorgt für ausreichenden Selbstschutz.

Love Football – Fight Racism!

12.09.2015 Kein Naziaufmarsch in Hamburg!

Auch wir unterstützen den Aufruf des Hamburger Bündnis gegen Rechts, den geplanten Naziaufmarsch am 12. September am Hauptbahnhof nicht stattfinden zu lassen. Kommt alle. Kein Fußbreit den Faschisten!

Kein Aufmarsch von Nazi-Hooligans in Hamburg!

Internationale Solidarität statt völkischem Patriotismus!
Refugees welcome!

Am 12. September 2015 wollen Neonazis, Hooligans und RassistInnen aus verschiedenen Spektren und mit überregionaler Beteiligung unter dem Motto „Tag der deutschen Patrioten“ durch die Hamburger Innenstadt marschieren. Dies wollen wir gemeinsam mit vielen Menschen verhindern.

Gewaltbereite Hooligans…

Mit ihrem Motto und Teilen ihrer Symbolik knüpfen die PatriotInnen an den jährlichen Nazi-Aufmarsch „Tag der deutschen Zukunft“ an, dem sich 2012 in Hamburg Zehntausende Menschen mit Demonstrationen, Blockaden und anderen Aktionen erfolgreich entgegen stellten. Zudem wollen sie an die rassistischen Pegida- und HoGeSa-Aufmärsche (Hooligans gegen Salafisten) der letzten Monate anknüpfen. Der Strippenzieher des geplanten Aufmarsches ist Thorsten de Vries, ein mehrfach wegen Gewaltdelikten verurteilter Nazikader, der in seiner langjährigen Karriere für Kameradschaften, NPD und Hooligans aktiv war. Er und sein Team möchten gerne einen gemeinsamen Aufmarsch von organisierten Neonazis, Hooligans bis hin zur, in Hamburg inzwischen umbenannten, Pegida-Bewegung. Er und seine PatriotInnen träumen von einer homogenen Nation, die autoritär geführt wird und in der „Nicht-Zugehörige“ von gesellschaftlicher Teilhabe ausgeschlossen werden. Vielfältigkeit, Gleichberechtigung und Solidarität gelten ihnen als Teufelszeug.

Die bisher veröffentlichten Videos und Bilder zum „Tag der deutschen Patrioten“ sowie die von de Vries veröffentlichten Stellungnahmen propagieren Nationalismus, Hetze gegen Muslime und Geflüchtete, sowie die traditionellen rechten Feindbilder: Frauenemanzipation und alternative Lebensentwürfe jenseits der heterosexuellen Kleinfamilie. Mit Kampfbegriffen wie „Volkstod“ und „Überfremdung“ propagieren sie, es sei Zeit für ihre „Revolution“, die in Hamburg am 12.9. beginnen solle. Ihre Propaganda strotzt von Gewaltphantasien, trotz verbaler Distanzierungen. So werben sie mit den brutalen Übergriffen des Hooligan-Aufmarsches im Oktober 2014 in Köln, bei dem auch de Vries als Redner auftrat. Das Innenministerium registrierte ihn schon 1997 in einer bundesweiten Datei als „geistigen Brandstifter“.

…Pegida, HoGeSa, AfD und NPD

Zehntausende von Pegida-AnhängerInnen im letzten Winter zeigten, dass sich jetzt ein schon länger vorhandenes rassistisches Potential offen auf die Straße wagt. Zudem hat dieses Spektrum mit der AfD erstmals eine parlamentarische Vertretung, die im Gegensatz zur NPD nicht mit dem Makel des NS-Bezuges behaftet ist. Im Gefolge von AfD, Pegida und HoGeSa nahmen Angriffe auf Geflüchtete in Deutschland drastisch zu. 2014 gab es laut ProAsyl 35 Brandanschläge und 118 Sachbeschädigungen gegen Geflüchtetenunterkünfte sowie 256 Kundgebungen gegen Geflüchtete und ihre Unterkünfte.

Auch wenn Pegida und AfD in Ostdeutschland die größten Erfolge haben, blieb Hamburg nicht von dieser Entwicklung verschont. Nach einem Wahlkampf, der von Ressentiments geprägt war, gelang der AfD in Hamburg, trotz kritischer Berichterstattung, erstmals der Sprung in ein westdeutsches Parlament. Der AfD-Abgeordnete Dr. Ludwig Flocken warb dafür im Wahlkampf auf einem von Neonazis dominierten Pegida-Aufmarsch in Schwerin.

Schon 2013 gab es einen Aufmarsch-Versuch, der sich gegen eine Moschee in Hamburg-Horn richtete, seit 2014 machen RassistInnen in Farmsen gegen eine Geflüchtetenunterkunft mobil, während in Harvestehude Biedermänner mit juristischen Winkelzügen eine Unterkunft verhindern wollen. Und die Hamburger NPD hetzt wie immer gegen Geflüchtete und alle, die nicht in ihr rassistisches Weltbild passen.

Gescheiterte Migrationspolitik und antirassistische Solidarität

Die deutsche und europäische Politik im Umgang mit Geflüchteten ist gescheitert. 60 Millionen Menschen befanden sich 2014 weltweit auf der Flucht vor Elend, Bürgerkriegen, ökologischen Verwüstungen und fehlenden Lebensperspektiven, an denen auch die westlichen Industriestaaten Schuld tragen. Dem Massensterben bei der Flucht über das Mittelmeer wird jedoch begegnet durch noch stärkere Abschottung, durch militärische Maßnahmen gegen angebliche „Schlepper“ bzw. deren Boote, durch die Planung von extraterritorialen Aufnahme-Lagern und durch ein noch härteres Abschieberegime. Statt auf Willkommenskultur wird auf eine Politik der Abschreckung gesetzt. Auch in Hamburg bietet der neue rot-grüne Senat nach inzwischen zwei Jahren der sogenannten Lampedusa-Gruppe immer noch keine dauerhafte Lebensperspektive.

Bewegungen wie Pegida, HoGeSa und Co. fühlen sich durch diese Politik der Abschreckung und Ausgrenzung ermutigt. Sie fühlen sich als Vollstrecker eines vermeintlichen Volkswillens und der etablierter Politik auf der Straße.

Wir stellen uns gegen eine Migrations- und Asylpolitik, die Menschen nach ihrer Nützlichkeit für die Wirtschaft beurteilt und ihnen die Gleichberechtigung vorenthält. Wir brauchen eine humane Geflüchteten- und Migrationspolitik. Deshalb wenden wir uns gegen die seit Jahrzehnten andauernde Demontage des Asylrechts, gegen die rigorose Abschiebepolitik, gegen die Isolierung von Geflüchteten durch Zwangsunterbringung in Lagern. Wir treten ein für das uneingeschränkte Asylrecht, Bleiberecht für Geflüchtete sowie für gleiche Rechte und Bewegungsfreiheit für alle Menschen.

Viele HamburgerInnen teilen diese Ziele mit uns. Tausende gingen in den letzten Jahren für die illegalisierte Lampedusa-Gruppe auf die Straße, an vielen Orten entstanden Initiativen zur Unterstützung von MigrantInnen, wurden Patenschaften für Heime übernommen, Spenden gesammelt, Wohnraum zur Verfügung gestellt und vielfältig Solidarität gelebt.

Gemeinsam gegen den Nazi-Hooligan-Aufmarsch

Das Hamburger Bündnis gegen Rechts ruft deshalb dazu auf, am 12. September gemeinsam gegen den Aufmarsch der Nazi-Hooligans auf die Straße zu gehen. Der Bundesgerichtshof bestätigte im Januar 2015 ein Urteil des Landgerichts Dresden, nachdem Hooligans als kriminelle Vereinigung eingestuft werden können. Wir verlassen uns jedoch nicht auf staatliche Verbote oder Auflagen. Wir werden flexibel sein und dort protestieren, wo die RassistInnen ihre menschenverachtende Propaganda verbreiten wollen. Und wir sind solidarisch mit allen, die mit uns das Ziel teilen, den Aufmarsch zu verhindern. Am 1. Mai 2008 und am 2. Juni 2012 haben wir erfolgreich den Nazis Paroli geboten. Im Januar 2015 protestierten 5.000 HamburgerInnen gegen Pegida, ohne dass diese weder vorher noch danach gewagt hätte, in Hamburg zu marschieren. Und im November 2014 sagten die Hooligans sogar aus Angst vor Gegenprotesten ihren in Hamburg geplanten Aufmarsch ab. Dies ist uns Ansporn ein weiteres Mal auf die Straße zu gehen und uns ihnen in den Weg zu stellen. Komm mit!

Hamburger Bündnis gegen Rechts

Demonstration: Samstag 12. September 2015, 10:00 Uhr Hauptbahnhof (Hachmannplatz) „

Kosmonaut 15/05/II – Kommentar Ahrensburger Kamp

Pünktlich zum letzten Heimspiel der Saison, gab es auch den letzten Kosmonauten in 2014/15.
Unter folgendem Link findet ihr die komplette Ausgabe. Komsonaut15/05/II
Direkt hier könnt ihr euch aber schon unseren Kommentar zur Diskussion um die Flüchtlingsunterkunft am Ahrensburger Kamp durchlesen.

Ahrensburg ist nicht Tröglitz, aber…

Nun hat es also auch Ahrensburg erwischt.
Im Ahrensburger Kamp wird eine Unterkunft für geflüchtete Menschen gebaut und der Volkszorn bricht sich Bahn.
Hinter vordergründig und vermeintlich sachlichen Argumentationen versteckt sich auch hier, mehr schlecht als recht, das simple und doch so hässliche Gesicht eines gesellschaftlich weit verbreiteten und anerkannten Rassismus.
Der sich zum Sprachrohr des Stadtteils aufgeschwungene Verein „Interessenvertretung Ahrensburger Kamp e.V.“ befürchtete schnell „dass dieses Bauvorhaben für unser Viertel eine maßgebliche Veränderung mit sich bringt“ (www.ahrensburger-kamp.de).
Horchte man in den letzten Wochen hin, wurde schnell klar, worum es eigentlich geht.
Es offenbart sich eine – wahrscheinlich klassische – Mischung aus egoistischen Befürchtungen und rassistischen Vorurteilen. Es wird um den Wert der eigenen Immobilie gebangt, was natürlich eine selbstentlarvende Aussage ist. Warum sollte denn eine Flüchtlingsunterkunft den Wert der benachbarten Häuser mindern?
Weil diejenigen, welche die Befürchtungen äußern selber nicht in eine entsprechende Nachbarschaft ziehen würden, vielleicht?
Aber man hat ja nichts gegen Flüchtlinge…
Der soziale Frieden wäre gefährdet?
Wie das? Was soll das für eine nachbarschaftliche Gemeinschaft sein, die von 22 geflüchteten Menschen derart gefährdet werden kann?
Oder geht die Gefahr am Ende doch von denjenigen Anwohnern aus, die dort schon leben und mit Dingen jenseits des Einfamilienhauses lieber nur im Hamburger Abendblatt konfrontiert werden?
Auf der anderen Seite des sprichwörtlichen Jägerzauns sollte dann doch bitte die eigene, bekannte und vertraute Welt weitergehen.
Darüber hinaus ginge ja nun auch eine Gefährdung für Frau und Tochter von jungen, alleinstehenden Männern aus. Woher kommt eigentlich die Annahme, dass dies so sei? Sind das eigene Erfahrungswerte? War „Mann“ selber vor Hochzeit, Kindern und Eigenheim etwa ein testosterongesteuertes Monstrum, dass jedes Mädchen und jede Frau, quasi zwanghaft anspringen musste? Ist „Mann“ es heimlich vielleicht immer noch? Oder kommen wir da schon in – vielleicht unterbewusste – koloniale Denkmuster, vom Wilden, der sich, das eigene Handeln und die eigenen Emotionen nicht im Griff haben kann?
Zuletzt kommt noch das eigene verletzte Ego hinzu. Die Anwohner seien nicht „mitgenommen“ worden. „Mitgenommen werden“ sollte übrigens für das Unwort des Jahres nominiert werden.
Was heißt in diesem konkreten Fall denn „mitgenommen werden“?
Weltweit sind ca. 51 Mio Menschen auf der Flucht. Vor Krieg, Verfolgung, Armut und Hunger.
Davon kommen, wenn die „schlimmsten“ Befürchtungen eintreffen 500.000 Menschen nach Deutschland. Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge kalkuliert mit etwas 300.000 in 2015 Das ist unbestreitbar viel. Diese Menschen müssen versorgt und untergebracht werden und das auf die menschenwürdigste Weise, die möglich ist.
Wer sich einmal kurz mit dem Verteilungsprocedere auseinander gesetzt hat, weiß dass die Vorlaufzeit für die Gemeinden i.d.R. sehr kurz ist. Eine Woche ist schon lang.
Und wer sich dann noch die Zustände in den Erstaufnahmelagern anguckt, der wird erkennen, dass es auch nicht anders geht. Die Menschen müssen auf dem kürzest möglichen Weg anderweitig untergebracht werden. Das ist für alle eine Herausforderung und mit enormem Stress verbunden.
Für die Verwaltungsmitarbeiter und die Betreuer aber vor allem und am meisten für die geflüchteten Menschen selber. Nach oft monatelanger Flucht aus der meist zerbombten Heimat, bspw. über das Mittelmeer brauchen diese Menschen endlich einen Ort, an dem wieder Ruhe einkehren kann.
Und jetzt meinen also ein paar „Bürger“ in ihrer Einfamilienhaussiedlung, dass sie doch bitte in solche Entscheidungsprozesse miteinbezogen werden. Weil sich vielleicht etwas ändern könnte in der Nachbarschaft. Und i.d.R. heißt einbezogen werden ja nur, dass sie ihre Ablehnung gegenüber den neuen Nachbarn kundtun und idealerweise noch durchsetzen können.
Wie überheblich – nein, menschenverachtend ist das bitte? Das eigene – vermeintlich gefährdete – Idyll vs. Menschenwürde.
Anstatt Mitgefühl zu zeigen und es den – vielleicht traumatisierten – Menschen so leicht wie möglich zu machen, sich in einem neuen und völlig fremden Umfeld zurechtzufinden, geht es nur um die eigenen Interessen bzw. Vorurteile und es wird schon lange vor dem ersten Einzug eine vergiftete Stimmung erzeugt, dass die neuen Nachbarn am Ende nur Fremdkörper bleiben können. Wenn angeblich „besorgte Anwohner“ im Internet ankündigen „es sehr genau [zu] beobachten, was da passiert“ (Ahrensburg24.de), wird klar, dass nichts als ein Scheitern erwünscht ist. Dann hat man am Ende ja wieder Recht behalten. Dass Existenzen daran hängen, bleibt zweitrangig. Es sind ja nur Fremde.
Positiv bleibt zu erwähnen, dass sich die Ahrensburger Politik, gezwungenermaßen, nicht von ihrem Vorhaben hat abbringen lassen und das es auch Nachbarn gibt, die dem Einzug offen gegenüber stehen. Es wird eine Unterkunft am Ahrensburger Kamp geben.
Bedenklich bleibt, dass es Zusagen gegeben haben soll, dass dort nur Ehepaare und Familien untergebracht werden sollen. Zum einen befeuert man damit die Stereotypen eines gefährlichen, alleinstehenden (oder auch nur allein), geflüchteten Mannes.
Und zum anderen müssen eben auch diese untergebracht werden. Wenn allerdings in die dezentralen Unterkünfte, in beschaulicher Nachbarschaft nur Familien und Ehepaare kommen, bleiben den alleinstehenden Männern nur die Unterkünfte abseits am Ortsrand. Dort findet aber keine Teilnahme am sozialen Leben des Ortes statt. Es kann dort keine Identifikation mit und kein „heimisch Fühlen“ in der neuen Umgebung entstehen. Und ein Gefühl der Ablehnung durch die Mehrheitsgesellschaft birgt dann tatsächlich Konfliktpotenzial. Das ist dann aber kein kulturelles Problem, sondern schlicht ein soziales.

FCKV – Abdul bekommt Aufenthaltserlaubnis

Endlich mal gute Neuigkeiten und dazu noch welche von der ganz besonders tollen Sorte.
Einige werden sich noch an den Artikel aus dem Mai 2013 erinnern, in dem es um die drohende Abschiebung des FC Kolektivo Victoria Spielers Abdul nach Afghanistan ging. Nachdem seine Abschiebung zunächst vorläufig ausgesetzt wurde, hat er jetzt ein dauerhaftes Bleiberecht erhalten.

Wir haben dazu gerade Post aus Leicester erhalten:

„Abdul is here to stay!

Ey up!
Some very good news. Abdul has just been given his ‚right to remain‘. This means that he is now totally safe and can stay in the UK.
He wanted me to tell you and everyone at RSK. He says thank you for all of your support. And that he will be coming for your tournament next sumer if it runs
VICTORY!“

We´re looking forward to welcome you at Antira 2015, Abdul!

07.11. Naziaufmarsch in Farmsen verhindern!

Donenrstag, 06.11. um 17h am U-Bahnhof Farmsen

Aufruf der Antifa 309

Kurz nach den Krawallen in Köln wollen Nazis jetzt auch in Hamburg demonstrieren. Diesmal hetzen sie nicht gegen Muslime, sondern gegen eine geplante Unterkunft für Geflüchtete. Wir setzen statt dessen auf Solidarität mit allen, die vor Krieg und Unterdrückung fliehen müssen.

Sagt allen euren Freund_innen bescheid und lasst uns zusammen dafür sorgen, dass die Nazis nicht durch unsere Straßen laufen!